Ehrenamtliche Helfer gesucht! Bahnhofsmission hilft in der gesamten StädteRegion. Besuch des Ehrenamtsbeauftragten.

 

StädteRegion Aachen. Schon seit Wochen saß der ältere Mann tagein, tagaus auf dem Aachener Bahnhofsvorplatz. „Wir haben ihn jeden Tag freundlich gegrüßt und angesprochen, aber nie kam ein Wort zurück“, erinnert sich die Leiterin der Aachener Bahnhofsmission, Elke Schreiber noch, als wäre es gestern gewesen. „Es hat ganze zwei Wochen gedauert, bis er zumindest einmal einen warmen Tee von uns angenommen hat.“ Beharrlichkeit und Zeit für die Menschen ist aber eine Stärke des Teams der Bahnhofsmission Aachen, die für den Bereich der gesamten StädteRegion zuständig ist. „Irgendwann ist er dann aber auch mit uns ins Gespräch gekommen und hat erzählt, dass er durch den Tod seiner Frau ins Bodenlose gestürzt ist. Auch wenn er eine Wohnung hatte, war er praktisch seelisch obdachlos geworden.“

 

Letztlich konnte ihm geholfen werden, die Vermittlung in eine Selbsthilfegruppe für verwitwete Menschen brachte ihn wieder ins Gleichgewicht. „Man kann desorientiert sein, wenn man den Zug nicht findet, aber auch, wenn man im Leben nicht klarkommt.“ In diesem Satz von Elke Schreiber liegt so etwas wie die Quintessenz der täglichen Herausforderungen der Bahnhofsmission. Denn neben der Hilfe in den vielfältigsten Notlagen ist es auch immer wieder die ganz banale Unterstützung der Helferinnen und Helfer in Blau beim Umsteigen von einem Zug in den anderen, die benötigt wird. Neben Problemen mit Fahrstühlen, die auch schon einmal defekt sind, sind es verstärkt ältere oder behinderte Menschen, die zu ihren Angehörigen reisen wollen, sich auf einem großen Hauptbahnhof beim Umsteigen aber nicht mehr zurechtfinden. „Auch hier helfen wir gerne und natürlich kostenfrei. Die Ehrenamtler der Bahnhofsmission nehmen sie an die Hand und bringen sie sicher an ihr Ziel. Dabei wird eine Reisebegleitung vom Start- bis zum Zielbahnhof durchgängig ermöglicht.“

 

Der Beauftragte für das Ehrenamt der StädteRegion Aachen, Theo Steinröx, hat sich jetzt vor Ort bei der Aachener Bahnhofsmission umgesehen. „Auch das ist Ehrenamt im Jahr 2017 und zwar ein ganz besonders wertvolles!“ so Steinröx, sichtlich bewegt. Er selber hat – nicht zuletzt durch seine langjährige berufliche Tätigkeit als Beamter der Kriminalpolizei – schon viel erlebt. Aber auch er hörte bei dem Termin von Einzelschicksalen, die berührten.

 

„Vor einiger Zeit brachten Menschen eine Frau zu uns, die auf gut deutsch gesagt komplett am Boden war. Drogen, der Mann im Gefängnis und etliches weiteres – kurzum: Sie hatte jeglichen Lebensmut und –willen verloren.“ Es gelang dem Team der Bahnhofsmission aber, Schritt für Schritt wieder an sie heranzukommen. „Sie aß und trank wieder, ein Arztbesuch wurde vermittelt und es ging wieder bergauf. Heute erkennen sie die Frau kaum wieder,“ so Schreiber. Auch wenn die Helferinnen und Helfer nicht immer alles selbst regeln können: Sie kennen sich bestens im sozialen Netz der Region aus und können immer passgenaue Hilfe vermitteln. Namen nennt Schreiber übrigens nie: Das Gebot der Anonymität wird ganz groß geschrieben: „Wer zu uns kommt, betritt einen Raum der Ruhe und Sicherheit. Das garantieren wir.“

 

Schreiber ist übrigens die einzige hauptamtliche Kraft der Bahnhofsmission Aachen. Derzeit wird sie von 16 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern unterstützt. Das Team ist buntgemischt. „Von 18 Jahren bis zur 82-jährigen geht das Spektrum und vom Ungelernten bis zum Professor.“ Alle Ehrenamtler werden vorab auf ihre Aufgaben vorbereitet, sie besuchen gezielte Schulungen. Einer von ihnen ist Professor Dr. Arno Giesbrecht. Der ehemalige Leiter des Euregio-Kollegs in Würselen beschreibt, wie er zur Bahnhofsmission gekommen ist: „Kurz vor meiner Pensionierung hatte ich in Münster im Bahnhof einen längeren Aufenthalt und dann habe ich mich einfach mal vor Ort informiert, wie man da helfen kann. Das fand ich letztlich so interessant, dass ich jetzt in Aachen in die Arbeit fest eingestiegen bin. Das geht jetzt schon dreieinhalb Jahre so und ich habe keinen Tag davon bereut. Man erlebt dabei die vielfältigsten Dinge und bekommt oft eine ganz direkte Rückkoppelung, dass genau diese Hilfe benötigt wurde und gut angekommen ist.“ Viel Zeit hat Giesbrecht allerdings nicht, er muss schnell wieder zu den Gleisen und einer betagten Dame beim Umsteigen helfen. „Wir haben nur sechs Minuten, aber das bekommen wir schon hin“, verabschiedet er sich wie immer bestens gelaunt.

 

„Es ist schlichtweg grandios, was die ehrenamtlich Tätigen hier Tag für Tag leisten, das ist gelebte Nächstenliebe. Hilfe, die benötigt wird und ankommt“, ist Steinröx beeindruckt.

Bei rund 20.000 Hilfeleistungen im vergangenen Jahr allein in der StädteRegion sind die aktuell 16 Ehrenamtler allerdings am Rande ihrer Leistungsfähigkeit angekommen. Und so rührt Steinröx auch ungewohnt deutlich die Werbetrommel: „Viel sinnvoller kann man sich nicht ehrenamtlich einbringen. Ich würde mich freuen, wenn sich der ein oder andere einfach mal informieren würde, wie man helfen kann“. Am besten macht man das direkt vor Ort. Die beste Gelegenheit einmal reinzuschnuppern besteht am 22. April, dem „Tag der Bahnhofsmission“. In der Zeit von 12 bis 15 Uhr gibt es auch in Aachen einen Tag der offenen Tür unter dem Motto: „Hoffnung geben, wo Menschen leben.“

Elke Schreiber ist über jede Unterstützung froh: „Ich arbeite hier in Aachen schon 12 Jahre und bis jetzt ist noch keiner gekommen, für den wir keine Aufgabe gefunden haben, die zu ihm passt.“

 

 

 

Informationen:

Die Bahnhofsmission Aachen wurde im Jahr 1901 gegründet. Träger der Einrichtung sind das Diakonische Werk im Kirchenkreis Aachen (evangelisch) und IN VIA Aachen (katholisch). Die Bahnhofsmission ist in Aachen direkt an Gleis 1 zu finden. Sie ist in der Regel täglich von 09:00 bis 17:00 Uhr besetzt. Mit Voranmeldung stehen die Helferinnen und Helfer auch rund um die Uhr zur Verfügung.

Neben der Unterstützung durch die beiden Kirchen finanziert sich die Bahnhofsmission vor allem durch Spenden. „Wir sind wirklich auf diese Unterstützung angewiesen, um unsere Arbeit in vollem Umfang fortsetzen zu können. Jede Spende, egal wie hoch, ist willkommen,“ sagt Marion Timm von der Diakonie im Kirchenkreis Aachen.

 

Spendenkonto bei der Sparkasse Aachen

Kontoinhaber: IN VIA  Aachen e.V.

IBAN: DE 04 390500000047288303

Verwendungszweck: „Bahnhofsmission“

 

Kontakt:

Bahnhofsmission Aachen

Bahnhofsplatz

52062 Aachen

Tel: 0241/34560

Fax: 0241/4018776

Mail: aachen@bahnhofsmission.de

Web: www.bahnhofsmission.de

Den „SchulTag“ gut gemeistert

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AN/AZ vom 30.03.16

10 Jahre Motivia Alsdorf

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Aachener Nachrichten vom 19.03.2015

Mehr wert als ein Schattendasein

IN VIA startet Kampagne zu menschenwürdigen Lebensbedingungen für Mädchen und Frauen ohne Aufenthaltspapiere

Freiburg/Berlin, 05.03.2015. Der katholische Frauenverband IN VIA macht sich anlässlich des Weltfrauentages stark für Frauen und Mädchen, die oft schon jahrelang ohne Aufenthaltspapiere in Deutschland leben. Mit seiner Kampagne „Mittendrin. Ohne Rechte.“ fordert der Verband, die Frauen aus der Rechtlosigkeit zu holen.

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Bis zu 500.000 Menschen leben nach Schätzungen von Hilfsorganisationen ohne Aufenthaltspapiere in Deutschland. Sie kommen wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage in ihren Herkunftsländern oder sie bleiben nach Ablauf ihrer Aufenthaltsgenehmigung hier, weil sie Sicherheit oder neue Lebensperspektiven gefunden haben. Frauen arbeiten oft als Haushaltshilfe oder in anderen ungesicherten Beschäftigungsverhältnissen. Manche werden unter Vorspiegelung falscher Tatsachen nach Deutschland angeworben und landen in Zwangsarbeitsverhältnissen, auch in der Prostitution.

Irme Stetter-Karp, Vorsitzende von IN VIA Deutschland verdeutlicht: „Die meisten Frauen bestreiten ihren Lebensunterhalt mit den ihnen zur Verfügung stehenden Arbeitsmöglichkeiten. Sie fallen nicht auf, da sie alles tun, um nicht entdeckt zu werden. So meiden sie Bahnhöfe oder andere öffentliche Plätze, wo sie Gefahr laufen, kontrolliert und ausgewiesen zu werden.“

IN VIA macht mit der Kampagne „Mittendrin. Ohne Rechte.“ auf das Schattendasein dieser Frauen aufmerksam und fordert die Politik und Gesellschaft auf, Lösungen zu finden. Die Frauen haben ein Recht auf ein Leben in Würde. Sie leben mitten unter uns – sie arbeiten, verdienen Geld, brauchen Wohnraum, bekommen Kinder, werden krank, altern. „Sie haben Anspruch auf medizinische Versorgung und eine gerechte Entlohnung für geleistete Arbeit“, so Stetter-Karp. Vor allem fordert IN VIA, ihnen nach mehreren Jahren Lebens in Deutschland einen legalen Aufenthaltsstatus zu ermöglichen, wenn sie nachweisen können, dass sie für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen.

Video zur Kampagne "Mittendrin. Ohne Rechte."

Informationen zur Kampagne finden Sie unter www.invia-deutschland.de

IN VIA als Teil des Trägerverbunds BEO

IN VIA Aachen e.V. ist mit dem Fachbereich Jugendberufshilfe vielen weiterführenden Schulen aller Schulformen als Kooperationspartner in der Umsetzung von Berufsorientierungsprojekten seit Jahren bekannt.

Die Umsetzung erfolgt im Trägerverbund, damit wir auch große Jahrgangsstufen zur Zufriedenheit der Schulen bedienen können.

 

Der Trägerverbund der Region Aachen bestehend aus dem Zusammenschluss von IN VIA Aachen e.V., QualiTec GmbH Handwerkskammer Aachen, low-tec gemeinnützige Arbeitsmarktförderungsgesellschaft Düren mbH, Kolping-Bildungswerk gemeinnützige GmbH, Verein für allgemeine und berufliche Weiterbildung e.V., Jugendberufshilfe der Stadt Aachen und Sozialwerk Aachener Christen e.V. hat sich einen neuen Namen und ein neues Logo gegeben.  

Unter dem Namen „Trägerverbund beo“ finden Sie auf der Internetpräsenz

www.berufsorientierung-aachen.de

alle Informationen zu unseren Potenzialanalysen, Berufsfelderkundungen und Praxiskursen. Schauen Sie mal rein!

„Ehrenwert“ – für uns „Ehrensache“

 

Der Einladung des Oberbürgermeisters Marcel Phillip sind wir gefolgt und nahmen auch in diesem Jahr am Aktionstag der Aachener Vereine teil.     
Vereinsleben konnte hautnah und bunt miterlebt werden.


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Viele ehrenamtliche Helfer fördern schon aktiv die Ziele von IN VIA Aachen e.V..
Es fanden aber auch viele interessante Gespräche mit engagierten Menschen statt.
Falls auch Sie dazugehören oder sich noch weitere Informationen ( Flyer ) über uns und unsere Arbeit nicht entgehen lassen wollen, stöbern Sie gerne auf unserer Internetseite oder melden Sie sich direkt unter 0241 / 609080 in der Zentrale und besprechen Ihr Anliegen.
Wir freuen uns auf Ihre Hilfe und Unterstützung.

Bericht AZ 29.09.2014

 

Mit Kreativität „einfach mal den Kopf freikriegen“ 

Wie das Projekt Motivia aus der Spur geratenen Jugendlichen hilft: Junge Frauen zeigen ihr selbstgeschriebenes Stück „Wenn Hexen hexen, können sie die Welt retten“ unter Anleitung von Ingrid Peinhardt-Franke in der Galerie Freitag 18.30
Von: Eleni Blum ( Aachener Zeitung, 27.06.2014 )

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Mit einem besonderen Projekt geglänzt: Chiara, Ira und Michelle zeigten im Rahmen von Motivis unter Anleitung von Ingrid Peinhardt-Franke ihr selbstgeschriebenes Hexen-Stück. Foto: Kurt Bauer

Aachen. Chiara, Ira und Michelle zupfen nervös an ihren schillernden Kostümen herum. Gleich stellen sie ihr selbstgeschriebenes Stück „Wenn Hexen hexen, können sie die Welt retten“ in Form einer kleinen szenischen Lesung in der Galerie Freitag 18.30 einem kleinen Publikum vor – und die Spannung steigt.

Im Rahmen von „Kultur und Schule NRW“ kooperieren die Bischöfliche Marienschule und In Via Aachen mit dem Jugendamt bereits seit 1998 für das Modellprojekt Motivia. Ziel des Projekts ist es, sogenannte schulmüde oder schulverweigernde Jugendliche von Regel- und Förderschulen zu einem Schulabschluss zu führen oder wieder in eine Regelschule zu integrieren. „Es kommen manchmal Jugendliche zu Motivia, die eine Schule fast drei Jahre nicht mehr von innen gesehen haben“, schildert Kunstpädagogin Ingrid Peinhardt-Franke die Problematik. Hier sei es besonders wichtig, den Jugendlichen eine Struktur und einen Alltag wiederzugeben. Die schulische Ausbildung steht dabei in enger Verbindung mit sozialpädagogischer Unterstützung durch In Via. Das Projekt Motivia ist „deutlich mehr als nur Schule“, beschreibt Sozialpädagoge Heiko Bodonge den Ansatz dahinter. „Wir helfen den Schülerinnen und Schülern einen neuen Alltag zu schaffen“. Dieser außerschulische Lernort bietet Jugendlichen individuellen Unterricht in Kleingruppen, ergänzt durch verschiedene Projekttage, Aktivitäten wie Hauswirtschaftsunterricht oder sozialpädagogische Beratung. Dementsprechend sind die Angebote sehr vielfältig (Sport, Hauswirtschaft, EDV, Kunst, Musik etc.) und werden individuell nach Interesse und Bedarf gewählt.

Im Falle von Chiara, Ira und Michelle ist es ein sehr farbenreiches und kreatives Projekt geworden: Sie haben zusammen mit Ingrid Peinhardt-Franke eine szenische Lesung erarbeitet. Thema ist der Kampf guter Hexen gegen böse Vampire, die den gefährlichen Plan haben, die gesamte Welt zu verdunkeln und alle Menschen in ihren Gedanken gleichzuschalten. Als Gegenmittel erdachten sich die drei Mädchen die Kraft der bunten Farben, des Positiven und des Zusammenhalts. Nur zusammen können sie es schaffen.

Die Vorbereitungen zur szenischen Lesung begannen bereits im Herbst letzten Jahres: Es wurde eifrig an Texten getüftelt, während passende Kostüme für das Hexen-Stück entstanden. Eigene Ideen waren dabei ausschlaggebend. Die drei Jugendlichen machten sich viele Gedanken zu Farben und Schnitten – es sollte so individuell und authentisch wie möglich werden und einen Teil ihres Charakters widerspiegeln. Durch die sozialpädagogische Arbeit von Motivia gelinge es, Zugang zu den Jugendlichen zu finden und Beziehungen zu schaffen, erklärt Heiko Bodonge ein weiteres Ziel des Projektes: „Diese jungen Menschen haben oft eine sehr belastete Biografie vorzuweisen“. Familiäre Konflikte, traumatische Erlebnisse, Lernschwächen oder persönliche Probleme führen zur vehementen Ablehnung des Schulunterrichts und erfordern eine behutsame Herangehensweise bei dem Ziel, den jungen Menschen eine neue Zukunft zu ermöglichen.

Nach der Aufführung steht Chiara, Ira und Michelle die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Es hat sie viel Überwindung gekostet, so aus sich herauszugehen und ihr selbst geschaffenes Werk vor anderen Menschen zu präsentieren. „Daraus gewinnen sie Selbstvertrauen“, fasst Ingrid Peinhardt-Franke zusammen. „Wir konnten einfach mal den Kopf freikriegen“, sagt Michelle.

Chiaras Mutter, die sich die Aufführung ebenfalls angesehen hat, berichtet, wie ihre Tochter in der kreativen Arbeit aufgeblüht sei und durch dieses Rollenspiel viel mehr aus sich herauskomme: „Zu Weihnachten hatte sie sich sogar eine Nähmaschine gewünscht“, lächelt sie.

Artikel aus der Aachener Zeitung als PDF

Artikel aus den Aachener Nachrichten als PDF

 

OGS-Kräfte gehen noch mal zur Schule
Aachener Nachrichten, 10. Februar 2014, von Margot Gasper

Gefragte Kurse: IN VIA bietet Qualifizierung für Beschäftigte der Offenen Ganztagsschule und Ergänzungskräfte in Kitas an.

Aachen. Die Offene Ganztagsschule (OGS) gehört zur Schule wie Mathe und Deutsch. Vor allem an den Grundschulen ist das Betreuungs- und Bildungsangebot am Nachmittag nicht mehr wegzudenken. Alleine in der Stadt Aachen besuchen mittlerweile weit über 4000 Kinder die OGS. Die Frauen und Männer, die den OGS-Nachmittag für die Kinder gestalten, erledigen einen anspruchsvollen Job. Dabei sind längst nicht alle pädagogische Fachkräfte. Die Aachener Familienbildungseinrichtung In Via (Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit, so der offizielle Name) bietet seit dem vergangenen Jahr unter dem Titel „SchulTag“ Qualifizierungskurse für OGS-Kräfte an.

174 Unterrichtsstunden umfasst die „Berufliche Fortbildung für Betreuungskräfte im Grundschulbereich“. Der erste Kurs läuft gerade, der zweite startet im März, und die dritte Maßnahme, die nach den Sommerferien beginnen soll, ist auch bereits ausgebucht.

Für Irina Naber und Anja Döffinger, bei In Via zuständig für den Fachbereich Elternschule/Familienbildung, ist das ein deutliches Zeichen, wie sehr sich viele OGS-Kräfte diese Unterstützung wünschen.

„Teilnehmerinnen berichten uns, dass sie in der OGS bisher viel nach Gefühl, aus dem Bauch heraus, gearbeitet haben“, sagt Anja Döffinger. „Sie haben pädagogisches Geschick, aber sie wünschen sich eine fundierte pädagogische Grundausbildung.“ Die Teilnehmerinnen reisen aus Aachen und der Städteregion an, aber auch aus den Kreisen Düren und Heinsberg. Eine OGS-Koordinatorin, berichtet die Diplom-Sozialpädagogin, habe gleich ihr ganzes Team für den „SchulTag“ angemeldet.

Das Konzept kommt aus dem Erzbistum Köln. Katholische Einrichtungen der Erwachsenen- und Familienbildung bieten diese Fortbildung dort schon seit mehr als zehn Jahren an. Die Themen des „SchulTags“ sind breitgefächert: die Entwicklung des Schulkinds und die pädagogischen Prinzipien, die sich daraus ergeben, interkulturelle Kompetenz, Kinderschutz und Kinderrechte, Zusammenarbeit mit den Eltern….

Auch Inklusion ist ein großes Thema. Immer mehr Kinder mit Förderbedarf besuchen Regelschulen, immer mehr Förderkinder gehen – natürlich –nachmittags in die OGS. Akteure, die in der OGS tätig sind, beklagen seit langem, dass für die Inklusion in der Offenen Ganztagsschule bisher die Strukturen fehlen. In den Qualifizierungsmaßnahmen hat In Via dem Thema zusätzlichen Platz eingeräumt.

Der „SchulTag“ schließt nach 174 Stunden mit einem Zertifikat ab. „Das einzige Zertifikat, das es in diesem Bereich gibt“, sagt Irina Nader. Die Rückmeldungen der bisherigen Teilnehmerinnen seien sehr positiv. „Die Frauen gehen hier leichter raus. Das ist wichtig. Denn sie machen einen echt harten Job. Familiäre Strukturen haben sich vielfach sehr verändert.“ Das wirke sich auch in der OGS aus. „Ende des Jahres werden wir wohl mit dem vierten Kurs beginnen“, erwartet Döffinger. Der Bedarf ist offenbar da.( Flyer )

Kurse für den U3-Einsatz

Ausgebaut und intensiviert hat In Via auch die Qualifizierung für Fach- und Ergänzungskräfte, die in Kindertagesstätten mit Kindern unter drei Jahren arbeiten. Das Kinderbildungsgesetz (Kibiz) legte 2008 fest, dass Ergänzungskräfte in Kitas (in der Regel sind das Kinderpflegerinnen) nur noch im U3-Bereich eingesetzt werden können, wenn sie spätestens Ende 2014 eine 160-stündige Qualifizierung nachweisen können. Die zweite Kibiz-Revision verlängert diese Frist zwar. An der Qualifizierung allerdings führt kein Weg vorbei.

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Infos für die U3-Arbeit in der Kita: Referentin Edith Biedenbach (vorne) beantwortet Fragen der Ergänzungskräfte. Foto: Harald Krömer

Zwei Kurse, die In Via aktuell im Programm hat, sind bereits ausgebucht, wahrscheinlich im Herbst soll ein weiterer Kurs eingerichtet werden. „Wie gestalte ich eine U3-Gruppe? Wie werde ich jedem Kind gerecht? Das sind ganz große Themen für unsere Teilnehmerinnen“, erläutert Anja Döffinger. „Gerade sehr kleine Kinder in der Kita haben große Bedürfnisse, können sie aber nicht äußern“, ergänzt Irina Naber. „Und auch ihre Eltern haben viel mehr Sorgen und Ängste.“

Informationen und Ansprechpartner:
Infos zu beiden Fortbildungsmaßnahmen, auch zu Kosten und Fördermöglichkeiten, gibt es bei In Via, Fachbereich Elternschule/Familienbildung, Telefon 0241/6090830 (Irina Naber) oder Telefon 0241/6090829 (Anja Döffinger), E-Mail: familienbildung@invia-aachen.de.

Netzwerk 'Soziale Betriebe' gestartet

DiAG IDA präsentiert Broschüre und wirbt um Aufträge für soziale Betriebe

Aachen. Innerhalb der Diözesanarbeitsgemeinschaft Integration durch Arbeit (DiAG IDA) haben sich 14 Dienste und Einrichtungen unter der Überschrift 'SOZIALE BETRIEBE = QUALIFIZIEREN – INTEGRIEREN – AUSBILDEN' zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Mit einer Broschüre geben sie Auskunft über und Einblick in ihre Leistungs- und Angebotspalette von Gewerken und Dienstleistungen. "Als langjährige Akteure im Bereich 'Integration durch Arbeit' haben wir das Auf und Ab der Arbeitsmarktpolitik erlebt. Weder für die engagierten Dienste und Einrichtungen noch für die in Maßnahmen geförderten Teilnehmer gab es dauerhafte Perspektiven und Sicherheiten", sagt Hans Ohlenforst vom Vorstand der DiAG IDA. Deshalb setzt das Netzwerk 'Soziale Betriebe' auf öffentlich geförderte Beschäftigung in einem sozial–integrativen Arbeitsmarkt und hofft, dass die politischen Voraussetzungen für einen 'Aktiv-Passiv-Transfer' im Bund geschaffen und entsprechende Förderungen langzeitarbeitsloser Menschen möglich werden.

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Akteure der DiAG IDA bei der Vorstellung der Broschüre

In der unterzeichneten Kooperationserklärung heißt es: "Unsere 'Sozialen Betriebe' haben einen gemeinsamen Ansatz. Der Mensch steht an erster Stelle! Deshalb verschaffen wir langzeitarbeitslosen Menschen einen Arbeitsplatz und bieten Dienstleistungen und Waren zu den Bedingungen des 'Marktes' an." Gute Qualität und Kundenzufriedenheit werden in den Mittelpunkt gestellt. Dass dies auch in der Praxis klappt, davon zeugen zahlreiche Referenzen. Mit der Broschüre wollen die 14 Akteure der DiAG IDA (siehe Bild) insbesondere in den zahlreichen Diensten und Einrichtungen von Kirche und Caritas im Bistum Aachen um Aufträge werben. "Kooperieren Sie mit uns! Unsere 'Sozialen Betriebe' benötigen Ihre Aufträge. Nur dann kann es uns gelingen, Langzeitarbeitslosen wieder gesellschaftliche Teilhabe zur ermöglichen", heißt es im Anschreiben des Vorstandes der DiAG IDA.

Die Broschüre " SOZIALE BETRIEBE = QUALIFIZIEREN - INTEGRIEREN - AUSBILDEN " ( siehe Anlage ) kann bei IN VIA Aachen e.V., Zentrale, Telefon +49 241 60908 0 oder E-Mail: zentrale@invia-aachen.de angefordert werden.

Für weitere Informationen steht zur Verfügung:
Gabriele Jülich, Telefon +49 241 60908 10, E-Mail: juelich@invia-aachen.de

Der Elternbegleiter

Bei IN VIA Aachen e.V. haben die ersten Elternbegleiterinnen ihre Ausbildung abgeschlossen. Sie unterstützen und beraten bei Bildungsfragen.

Mehr dazu hier: Interview bei Center TV

Eltern sind heute oft sehr verunsichert und brauchen Unterstützung

Eltern sind heute oft sehr unsicher in ihrer Elternrolle und haben eigentlich in jeder Entwicklungsphase ihres Kindes einen großen Beratungsbedarf. Das stellt nicht nur Monika Kall-Siemons, als Leiterin von PEKiP-Gruppen für junge Eltern, fest. Auch Erzieherin Doris Grief ist in der Kita immer mit vielen Elternfragen konfrontiert, wenn es beispielsweise um die angemessene Förderung junger Kinder und den Übergang in die passende Grundschule geht.

Zusammen mit 21 anderen Fachfrauen aus unterschiedlichen sozialen Einsatzbereichen haben die beiden Pädagoginnen jetzt bei IN VIA Aachen e.V. eine Weiterbildung zur Elternbegleiterin absolviert und mit Zertifikat abgeschlossen. „Wir haben damit die ersten Elternbegleiterinnen in Aachen qualifiziert“, freut sich Kira Wieczarkowiecz vom Fachbereich Elternschule-Familienbildung bei IN VIA.

Die Teilnehmerinnen fühlen sich sicher und bestens gerüstet für die Beratung mit ihrer Ausbildung, die zum Programm „Elternchance ist Kinderchance“ gehört und vom Bundesfamilienministerium finanziert wird. „Wir haben in unzähligen Rollenspielen geübt, wie man ein Gespräch führt, wie man Hilfe zur Selbsthilfe leistet und auch wo die eigenen Grenzen sind“, erklärt Lilja Koch von der AWO-Kita Lollipopp (Düren).

Dabei muss es thematisch nicht nur um Probleme gehen. „Unsere Aufgabe als Elternbegleiterin ist es auch, den Eltern zu zeigen, dass einfache Dinge wie Spielen im Wald, Helfen beim Tischdecken, zusammen singen, Vorlesen und Körperkontakt in der Erziehung und Bildung wichtig sind“, sagt Gesundheitspädagogin Beate Jonas-Frank. Und Kinder müssten lernen, auch Dinge zu tun und durchzuhalten, die ihnen keinen Spaß machen.

Zu ihrer Aufgabe als Elternbegleiterin gehöre auch, meint Kita-Leiterin Katharina Tolske aus Düsseldorf, „dass ich überorganisierten, akademisierten Eltern klar mache, dass ihr Kind heute morgen physikalische und mathematische Erkenntnisse gesammelt hat, indem es stundenlang beschäftigt war, einen hohen Turm zu bauen.“ Oder dass Stöcke, Kastanien oder Steinchen wunderbares, preiswertes Spielmaterial sein können.

Dagmar Kogel, Leiterin des Familienzentrums „Schatzinsel“ in Aachen, freut sich, dass dank der Elternbegleiterinnen mehr Zeit und Ruhe für Gespräche mit den Eltern da ist, und „diese nicht mehr so zwischen Bringen und Holen, Tür und Angel ablaufen müssen.“ Dazu werden die Elternbegleiterinnen offene Gesprächstreffs und Beratungsstunden anbieten, denn man will es den Eltern möglichst leicht machen, Hilfe und Unterstützung während der wichtigen ersten Jahre ihrer Kinder in Anspruch zu nehmen.

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Sie unterstützen Eltern bei vielen Fragen: 23 pädagogische Fachfrauen aus NRW haben jetzt bei IN VIA Aachen e.V. ihr Zertifikat als Elternbegleiterin bekommen.

7. Aachener Solidaritätslauf

600 Läuferinnen zugunsten von Arbeitslosenprojekten unterwegs.

Über 90 Minuten zogen die Läuferinnen und Läufer in jedem Alter bei schönstem Wetter ihre Kreise rund um Dom und Rathaus. Viele hielten bis zum Ende durch und liefen 20 km und mehr.

Das so erlaufene Geld kommt zur Hälfte Arbeitslosenprojekten zugute, die andere Hälfte können die LäuferInnen an einen selbstbestimmten Zweck vergeben.

IN VIA Mitarbeiterinnen und Teilnehmer haben sich ebenfalls beteiligt.

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Feierliche Einweihung des neuen Hauses zum 111jährigen Jubiläum

Feierlich eingeweiht durch Weihbischof Dr. Johannes Bündgens wurde jetzt das neue Domizil von IN VIA Aachen e.V. "Endlich sind alle unsere Arbeitsbereiche wieder unter einem Dach, das macht Dienstwege kürzer und bringt Synergieeffekte", freute sich Heide Cardinal, zweite Vorsitzende von In Via Aachen, in ihrer Festansprache.

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Weihbischof Dr. Bündgens weihte das neue Haus von In Via an
der Krefelder Straße ein (2.Reihe r.), darüber freuen sich Beate
Haupt, Gabriele Jülich und Heide Cardinal (Vorstand In Via, v.l.)
und Dr. Alfred Etheber (Diözesancaritasverband)
(Foto: In Via / Dechamps)

In dem vierstöckigen Gebäude an der Krefelder Straße 23 gibt es jetzt genug Platz, um Familienbildungskurse abzuhalten, Jugendliche bei der Berufsfindung zu unterstützen und zu beraten und die Büros aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterzubringen. Auch das alte Jugendheim im Garten des Hauses wird neu genutzt und ist heute ein idealer Lernort für die Schülerinnen und Schüler von 'Motivia', dem Projekt für schulmüde Jugendliche.

"Es war ein Glücksfall für uns, dass wir das Gebäude zu einem sehr günstigen Preis vom Verein Jugend- und Studentenförderung Salvatorberg kaufen konnten", so Heide Cardinal weiter. Mit In Via wird das Haus weiter der Jugendarbeit dienen, wenn auch in anderer Form als bisher.

Ein besonderes Lob sprach In Via-Vorsitzende Cardinal auch dem Architekten Benno Faymonville aus, der den Komplex mit viel Begeisterung und innerer Anteilnahme für seine neue Nutzung umgebaut hat. "Wir sind Ihnen besonders dankbar, dass es dabei keine explodierenden Kosten gab", betonte Cardinal. Bürgermeister Björn Jansen und Dr. Alfred Etheber von Diözesancaritasverband sprachen ebenfalls ihre Glückwünsche aus und wünschten In Via zum 111-jährigen Bestehen viele erfolgreiche Jahre im ersten eigenen Domizil.


In Via Aachen ist ein Verband unter dem Dach der Caritas für Frauen- und Mädchensozialarbeit. Zu den bekannten Projekten von In Via Aachen gehören Motivia für schulmüde Jugendliche, Wirbelsturm, das Anti-Gewalt-Projekt für Jugendliche, die Familienbildungskurse, die Jugendberufshilfe und die Bahnhofsmission.